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70 Jahre

Gemeinsam für Weißenthurms Zukunft.
 

1946 Gründung der CDU Weißenthurm


 Jubiläumsveranstaltung

Samstag, 27. Februar 2016, 18 Uhr, im Kath. Vereinshaus
Gastredner: Wolfgang Bosbach, MdB

(Bericht - Fotos weiter unten!)

Die CDU Weißenthurm hat zum Jubiläum ein Festschrift auch mit historischen Daten herausgegeben. Den Innenteil (ohne Umschlagseiten) können Sie hier einsehen: Festschrift

Sie können die Festschrift auch kostenlos erhalten beim Vorsitzenden Werner Schumacher.

Mit Realismus, Sachverstand und Humor zum Erfolg

Zum 70. Jubiläum des CDU-Stadtverbands war Vollblutpolitiker Wolfgang Bosbach nach Weißenthurm gekommen. In einer mitreißenden Rede gratulierte er den Mitgliedern und verbreitete Optimismus.

CDU Weißenthurm – 70 Jahre kommunalpolitische Verantwortung.“ Das war das Motto der Festveranstaltung zum Jubiläum der Gründung des CDU Stadtverbands Weißenthurm, die kürzlich mit Ehrengast Wolfgang Bosbach, dem langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im Katholischen Vereinshaus stattfand. Vor 70 Jahren, im Frühling 1946 hatten Peter Gecks und Alois Kohns beim französischen Militärgouverneur die Erlaubnis zur politischen Betätigung und zur Gründung einer neuen demokratischen Partei auf christlich-humanistischer Grundlage durchgesetzt. So entstand in unserem Raum die Christlich-Demokratische Partei, CDP, die ihren Namen 1947 in Christlich Demokratische Union, CDU, änderte. Als erster Ortsverband im alten Landkreis Koblenz war es die Weißenthurmer Union, die gemeinsam mit Jakob Jost aus Mülheim den Impuls zur Gründung eines Kreisverbandes der neuen Partei gab.

Wie es dazu kam? Schon im Herbst 1945 – nach zwölf Jahren nationalsozialistischer Schreckensherrschaft und dem Zusammenbruch aller gewohnten Strukturen – trafen sich sonntags nach dem Hochamt Peter Gecks, Josef Heim, Jakob Häcki, Alois Kohns, Willi Krob, Fritz Sauerborn, Peter Urmersbach und Josef Zimmermann regelmäßig zu politischen Gesprächen im Friseursalon Gecks. Zusammen mit dem kurz darauf aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Anton Vogt sind sie die Gründungsmitglieder der CDU Weißenthum. Schon an den ersten demokratischen Wahlen, den Kommunalwahlen am 15. September 1946, nahm die neue Partei teil und errang gleich die Mehrheit im Stadtrat. Seitdem ist die CDU eine wichtige Kraft im kommunalpolitischen Leben Weißenthurms.

Zur Jubiläumsfeier im voll besetzten Vereinshaus begrüßte Werner Schumacher, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes zahlreiche Gäste aus Politik ,Vereinen und Wirtschaft und nicht zuletzt viele Parteimitglieder, die zur Geburtstagsfeier „ihrer“ CDU gekommen waren. Er präsentierte die eigens herausgegebene Festschrift zum 70-jährigen Bestehen, die alle Gäste kostenlos mitnehmen konnten. Darin hat Autor Dirk Hamann Unterlagen und Informationen zur Geschichte der CDU in Weißenthurm zu einem sehr lesenswerten und informativen Werk zusammengetragen.

Nach Grußworten von Josef Dötsch, MdL, Landrat Alexander Saftig und Verbandsbürgermeister Georg Hollmann sowie einer Videobotschaft der CDU-Landesvorsitzenden Julia Klöckner erwarteten alle mit Spannung den Hauptredner, Wolfgang Bosbach, MdB, der für eigenständiges Denken und klare Ansagen bekannt ist.

Schaffen wir das wirklich?“, lautete das Thema seiner Rede. Wer nun ein „Merkel-Bashing“ erwartet hatte, sah sich getäuscht. Denn trotz zuweilen unterschiedlicher Positionen im Detail stellte Bosbach sich voll hinter die Kanzlerin: Die Bundesrepublik Deutschland habe schon zahlreiche sehr ernste Krisen erfolgreich bewältigt. In der wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch desolaten Situation nach dem verlorenen Krieg habe sie es geschafft, Millionen Flüchtlinge zu integrieren. Auch die Herausforderungen der Wiedervereinigung und die Flüchtlingswelle während der Balkankrise habe das Land gemeistert. Deshalb gebe es für unseren demokratisch gefestigten und wirtschaftlich starken Staat keinerlei Anlass vor der Flüchtlingsfrage kapitulieren:

Bei allem Streiten über den richtigen Weg werden wir auch die aktuelle Situation bewältigen.“ Er zeigte sich überzeugt, dass „Streit“ nichts Negatives ist, sondern eine wirkungsvolle Politik erst möglich macht: Nur im Widerstreit der Meinungen könne der gemeinsame Weg zum Erfolg gefunden werden. Genau das sei es, was demokratisches Handeln ausmacht. Voraussetzung hierzu sind laut Bosbach die Achtung vor der Würde und der Meinung des Gegenübers sowie Humor, Pragmatismus und Toleranz: „Wir schaffen das, wenn wir die Situation mit Realismus und Sachverstand angehen – und vor allem auch mit Humor“, so Bosbach. „Denn Politik wird nicht besser, wenn der Politiker ein missmutiges Gesicht macht!“

Die inzwischen über 70-jährige Erfolgsgeschichte der Union in Kommunen, Ländern und Bund sei in diesem Zusammenhang das beste Beispiel. Zum Zeitpunkt der Gründung der Weißenthurmer CDU sei die Situation sehr viel ernster gewesen und mit heutzutage nicht zu vergleichen. Damals habe echte Not geherrscht. Doch statt nur an sich und das eigene Wohl zu denken, habe man sich aus einem Geist eines „Nie wieder“ heraus zusammengefunden, um eine freiheitlich-demokratischen Grundordnung, Rechtsstaatlichkeit und allgemeinem Wohlstand zu realisieren. Dafür gelte den Gründungsmitgliedern Dank und Respekt.

Der rheinisch-humorvolle Vortrag des Vollblutpolitiker zog die Zuhörer in seinen Bann, sein Optimismus wirkte ansteckend. Künstlerisch umrahmt wurde die von allen Besuchern sehr gelobte Jubiläumsfeier durch mehrere Auftritte einer Gesangsgruppe unter der Leitung von Brigitte Thilmann-Hilger mit bemerkenswerten mehrstimmigen und solistischen Beiträgen.

70 Jahre CDU Weißenthurm


Jubiläumsveranstaltung am 27. Februar 2016